
Der
Einzug Hollywoods in den Kensington Palace
Am Samstag, dem 19. Mai 2018, ist es soweit. Prinz Harry
of Wales, einer der wohl begehrtesten Junggesellen der Welt, wird
sich mit seiner Traumfrau Meghan Markle vermählen. Über 36
Millionen Euro soll der Spaß kosten. Noch vor Jahren wäre es
undenkbar gewesen, dass ein Mitglied der königlichen Familie sich
mit einer amerikanischen Schauspielerin vermählt. Hat sich also
etwas in der britischen Monarchie verändert ? Ist die britische
Königsfamilie endlich in der Gegenwart angekommen ?
Meghan Markle ist eine US-amerikanische Schauspielerin,
die man vor allem aus der Serie „Suits“ kennt. Bis zur Generation
von den Prinzen William und Harry wäre es undenkbar gewesen, dass
ein Mitglied der königlichen Familie jemanden aus dem Volk heiratet.
Doch schon William hat diese Tradition gebrochen, indem er Kate, die
Tochter eines Flugbegleiters und einer Flugbegleiterin, geheiratet
hat. Dass die beiden Brüder lieber ihrem Herzen folgen, anstatt sich
ihr Leben lang an jemanden ihres Standes zu binden, ist vermutlich
eine Folge der unglücklichen Ehe ihrer Eltern, die letztendlich in
einer Scheidung endete. Mit Meghan hat sich Prinz Harry jedoch nicht
nur für eine Bürgerliche entschieden, denn sie ist auch noch
Schauspielerin, amerikanisch, geschieden und hat afroamerikanische
Wurzeln. In der heutigen Zeit sollte das kein Problem mehr sein, doch
bei der königlichen Familie gelten andere Regeln. Trotzdem hat die
Queen der Hochzeit von Meghan und Harry zugestimmt. Fragwürdig ist
nur, ob sie auch William, der einmal König werden wird, erlaubt
hätte, jemanden wie Meghan zu heiraten, denn Harry ist in der
Thronfolge nur an sechster Stelle.
In der königlichen Familie stößt man bei einigen
Mitgliedern sicherlich auf Zweifel, ob Meghan in die königliche
Familie passt und dem damit verbundenen Druck standhalten wird. Sie
ist eine sehr emanzipierte Frau, die sich gerne selbst als Feministin
bezeichnet und schon als Kind für die Gleichberechtigung von Mann
und Frau kämpfte. Als Tochter einer afroamerikanischen Mutter hatte
sie ihr Leben lang mit Rassismus zu kämpfen, was vermutlich auch ein
Grund dafür ist, dass sie sich zu einer so starken Persönlichkeit
entwickelt hat. Für Harry musste sie nun ihren Beruf als
Schauspielerin, in dem sie sich so lange hocharbeiten musste,
aufgeben, was eigentlich nicht zu ihrer emanzipierten Persönlichkeit
passt. Doch sie hat wohl erkannt, dass sie als Duchess einen noch
größeren Einfluss hat und in der Welt wirklich etwas bewirken kann.
Zudem hat ist sie als berühmte Schauspielerin Übung im Umgang
damit, den Paparazzi ausgesetzt zu sein und in der Öffentlichkeit zu
stehen. Sollten also nicht alle einfach froh darüber sein, dass
Harry eine Frau gefunden hat, die so gut zu ihm passt ? Harry, bei
dem wir immer daran denken müssen, wie er mit zwölf Jahren hinter
dem Sarg seiner Mutter hinterherlaufen muss, während die ganze Welt
ihm dabei zuschaut, und der schweren Phasen, in denen Drogen eine
große Rolle spielten, hinter sich hat, ist scheinbar endlich mit
beiden Beinen fest im Leben verankert.
Nach einigen gescheiterten Beziehungen hat Harry endlich
eine Frau gefunden, die er wirklich liebt. Das ist auch an der
öffentlichen Beschwerde, die Harry gegen die Paparazzi, die Meghan
verfolgt hatten, erhoben hat, zu erkennen. Eine Reaktion des
Königshauses auf die Presse ist nämlich mehr als unüblich. Nun ist
gespannt zu erwarten, welche weiteren Veränderungen die Hochzeit von
Meghan und Harry im königlichen Haus mit sich bringen wird. Doch
eines ist klar: Meghan Markle bringt frischen Wind in die altmodisch
angehauchte britische Königsfamilie und macht sie um einiges
moderner.